Förderverein

Werkstattbesuch beim Geigenbauer Ernst Fuchs

Hobeln, riechen, staunen: Schülerinnen der Jugendmusikschule erkundeten die Werkstatt von Geigenbauer Ernst Fuchs in Ravensburg.

Foto von Mario Pfob

Mario Pfob

Öffentlichkeitsarbeit

14. Juli 2026
Schülerinnen der Streicher-Klasse in der Werkstatt von Ernst Fuchs in Ravensburg (Foto: Anita Rupp)
Schülerinnen der Streicher-Klasse in der Werkstatt von Ernst Fuchs in Ravensburg (Foto: Anita Rupp)

Am 3. Juli 2026 besuchte der Förderverein gemeinsam mit einer Gruppe Schülerinnen der Jugendmusikschule Bad Waldsee den aus Bad Waldsee stammenden Geigenbauer Ernst Fuchs in seiner Werkstatt in Ravensburg. Für die jungen Musikerinnen wurde der Nachmittag zu einem Erlebnis mit allen Sinnen: Es gab viel zu entdecken, zu betrachten, zu riechen und zu fühlen.

Fuchs zeigte den Gästen, wie aus groben Holzblöcken Schritt für Schritt die filigranen Einzelteile einer Geige entstehen, bis am Ende ein vollständiges Instrument zusammengefügt ist. Rund 120 Stunden benötigt ein geübter Geigenbauer für den Bau einer einzigen Geige, wie er berichtet. Seine Tochter, die bei ihm eine Lehre zur Geigenbauerin absolviert, hat bereits selbst eine Geige gefertigt – deren Klang Fuchs den Besucherinnen vorführte.

Anschaulich demonstrierte er, wie dünn Decke und Boden einer Geige gehobelt und geschliffen werden: Hält man eine Lampe dagegen, scheint das Licht hindurch. Die Schülerinnen durften die leichten Einzelteile selbst in die Hand nehmen und erfuhren, wie Kerzenwärme das Holz biegsam macht. Auch an der aus traditionellen Zutaten hergestellten Lasur durften sie riechen. Zudem zeigte Fuchs, wie er aus beschädigten, gerissenen oder unvollständigen Teilen wieder intakte Instrumente herstellt.

Besonderes Staunen löste die älteste Geige in seiner Werkstatt aus: Ein rund 350 Jahre altes Stück aus der Zeit Stradivaris, das Fuchs für eine norwegische Geigerin aufbereitet. Auch eine weitere Zahl beeindruckte die Gruppe: Aus einem kompletten Pferdeschweif fertigt und repariert Fuchs viele Geigenbögen. Das Rosshaar dafür stammt von Pferden aus der Mongolei und kostet 1000 Euro pro Schweif.

Der Förderverein bedankt sich bei Ernst Fuchs für seine Zeit und einen informativen, kurzweiligen Nachmittag.

Fotos von Anita Rupp